Vortragsveranstaltung zum Thema Innerortsentwicklung -Chancen und Risiken geänderter Rahmenbedingungen

Die zentralen Bereiche von Dörfern und Gemeinden verkörpern traditionell die Bereiche des Zusammenlebens und der Identität ihrer Bewohner. Sie haben sich zu Orten des gemeinsamen Arbeitens und Feierns entwickelt, was sich in einer gewachsenen Raumgliederung niedergeschlagen hat. Demografische und technologische Entwicklungen der vergangenen Jahre, ein verändertes Arbeits- und Freizeitverhalten, ein sich wandelndes Generationenverhältnis stellt viele Gemeinden vor die Herausforderung, sich den neuen und zukünftigen Rahmenbedingungen zu stellen und eine eigene Perspektive zu entwickeln.

Dieses komplexe Thema auszuleuchten und Möglichkeiten aufzuzeigen, mit den sich wandelnden Bedingungen zu arbeiten, war das Ziel der Vortragsveranstaltung, die von der ISR Windhagen e.V. in Zusammenarbeit mit „Wir in Asbach e.V“, der Werbegemeinschaft Neustadt/Wied und der Buchholzer Interssengemeinschaft ausgerichtet wurde. Etwa 50 Interessierte folgten den Vorträgen von Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter des Landkreises Neuwied, Michael Christ, Abteilungsleiter des Bauamtes der Verbandsgemeinde Asbach und Jochen Monjau von der Firma AMK Marketing, die als Referenten für diesen Abend gewonnen werden konnten.

Neben einer funktionierenden Infrastruktur erwarten die Bürger in ihrer Gemeinde ein attraktives Angebot an Handel und Dienstleistungen. Die hohe Mobilität der Kunden und die zunehmende Konkurrenz durch das Internet stellen für viele ansässige Unternehmer eine Herausforderung dar. Zunehmend rücken daher „Sekundärtugenden“ wie eine intensive Beratung und ein serviceorientiertes Auftreten in den Mittelpunkt. Gerade aus der Zusammenarbeit verschiedener Firmen, die sich im Leistungsspektrum ergänzen, erwachsen zusätzliche Chancen, neue Kunden zu gewinnen und den vorhandenen Kundenstamm zu pflegen. Für die Gemeinden ist eine ausgewogene Mischung von Handel und Gewerbe lebenswichtig. Diese sind Garant für eine hohe Versorgungs- und Lebensqualität der Bürger, sie bieten Arbeitsplätze und prägen durch ihr Engagement häufig das Leben in den Ortschaften. Verbandsgemeinden und Gemeinden kommt mit der Entwicklung guter Rahmenbedingungen und der Aktivierung von Förderungspotential eine wichtige Aufgabe zu.

Wesentlich für die nachhaltige Innerortsentwicklung ist die Erarbeitung einer Leitvision. Anhand dieser können neue Ideen gefunden und konkrete Projekte eingeleitet werden. Kleinere Projekte helfen bei der Einbindung möglichst vieler Institutionen, Vereine und Bürger. Durch geschickte Koordination und Moderation können Kräfte gebündelt und auf ein längerfristiges Ziel ausgerichtet werden. Hierbei kann eine Dorfmoderation gute Dienste leisten, indem sie die interne Kommunikation stärkt und alle Einzelleistungen und –ergebnisse geschlossen nach außen kommuniziert.

Nur in der Zusammenarbeit von Gemeinden, Unternehmern und Bürgern, der Erarbeitung und Festigung gemeinsamer Ziele – das wurde in allen Vorträgen des Abends deutlich – lässt sich eine tragfähige Zukunftsperspektive entwickeln, aus der alle Gewinn ziehen können. In diesem Sinne könnte auch diese Veranstaltung ein Startpunkt für viele zukünftige Aktivitäten sein.